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Die Reinschrift der B-Dur-Sonate beendet Schubert im September 1828. Er hat noch
etwa zwei Monate zu leben. Im Wettlauf mit dem Tod werden in ihm nochmals große Energien freigesetzt.
Der Anfang der Sonate zeigt, dass er hier zu sich heimgekehrt ist, zum lyrischen und gesanglichen. Schubert geht auch hier,
wie bei der Wandererfantasie, von einem melodischen und rhythmischen Kern aus, um seine Musik zu entfalten. Glück soll im Thema
vermittelt werden, das jedoch durch einen düsteren Basstriller erschüttert wird. Der Triller wirkt wie ein Zauberwort. Ein großes Fragezeichen bleibt im Raum stehen.
Schubert erzählt im ersten Satz von seiner Wanderschaft. Im Mittelteil lässt er den Beginn der Klavierbegleitung aus seinem Lied "Der Wanderer" nahezu originalgetreu erscheinen.
Und er offenbart etwas. Er gibt am Schluss des Satzes preis, was es mit dem Thema auf sich hat. Die Passage zwölf Takte vor Ende des Satzes ist identisch mit der Verszeile "...venite adoremus..."
aus dem bekannten Weihnachtslied "Adeste fideles..." (Herbei, oh ihr Gläubigen...). Text und Musik waren vor Schuberts Zeit bereits vorhanden und bekannt. Es scheint gerade so, als
ob Schuberts Unterbewusstsein, das nahende Ende der Wanderschaft vorausahnend, sich fragend an den Schöpfer, an Gott richtet. Er möchte anbeten. "Venite adoremus" sagt er, "so lasset uns anbeten",
und meint dabei den Gottessohn Jesus. Im selben Atemzug stellt er aber diese Aussage wieder in Frage. Der mysteriöse, abgrundtiefe Basstriller treibt wieder sein Unwesen und unterbindet die Annäherung an den Allmächtigen.
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